Lars Eidinger liest Braschs Liebesgedichte
„Brasch, Eidinger, Kranz –
Das unvereinbare in ein Gedicht“
Lars Eidinger gilt als einer der bedeutendsten Schauspieler seiner Generation. 2027 kommt er
mit Liebesgedichten des Lyrikers Thomas Brasch auf die Bühne. Kongenial begleitet von
George Kranz am Schlagzeug liest Lars Eidinger aus Braschs Gedichtsammlung. Das Werk des
2001 verstorbenen, vielbegabten Thomas Brasch, den Lars Eidinger nun präsentiert, ist
mannigfaltig: geistreiche Verse, humoristische, ironische Gedichte und immer die Liebe. Jedes
Wort findet die Kraft, eine Geschichte zu erzählen.
»Ich liebe dich kann man / auf dreierlei Weise betonen. / Wie spricht man den Satz ohne
Betonung?« Liebe ist für Thomas Brasch eine Haltung, die sich jeder Festlegung verweigert.
Eine Haltung, die ihre Träume fürchtend und sehnend der Wirklichkeit aussetzt und das
Mögliche stets in den Horizont des Unmöglichen stellt. Seine dichterische Leidenschaft hofft
und verzweifelt, vertraut und betrügt, preist und vernichtet. Eidinger liest nicht nur
Liebesgedichte von Thomas Brasch – er taucht darin ein.
Brasch liebte Heine, Brecht und Heiner Müller und Eidinger, der derzeit wohl begabteste
Schauspieler seiner Generation liebt Brasch. Das spürt man bei dieser Lesung unmittelbar. Die
Verzweiflung an der Gegenwart, die Liebe, die sie erträglich macht bringt Eidinger präzise und
mit Gefühl auf die Bühne. Er verneigt sich in Poesie vor Brasch.
Die zum Greifen nahe hervorgebrachten Gefühle des Textes werden musikalisch brillant von
George Kranz unterstützt. Nutzt Eidinger auf der Bühne dabei wie selten die Reduktion seines
physischen Aktionsradius, so nimmt sich Kranz diesen heraus. Er bindet die Ausmaße der
Bühne imposant in sein Spiel ein. Das Zusammenspiel Eidinger-Kranz-Brasch macht diesen
Abend zu einem Bühnenwerk der außergewöhnlichen Art.
„Eidinger zitiert, wird er gefragt, wie er seine Kunst lebt, oft Thomas Brasch, einen seiner
Lebensautoren: „MEIN BERUF HEISST MICH NICHT VERSTECKEN, sondern öffentlich
entdecken, Mich zu finden, indem ich mich verliere, …“ Brasch wie Eidinger scheinen in der
gleichen paradoxen Situation: Sie stellen sich mit vollem Risiko, mit offenem Visier, mit ihren
Wunden und ihrer traurigen Wut der Öffentlichkeit.“ Süddeutsche Zeitung (2025).
Über George Kranz:
George Kranz, geboren 1956. Von 1980–83 Schlagzeuger der Berliner Band Zeitgeist, parallel
arbeitet er mit Ulla Meinecke. 1983 erlangte Kranz mit seiner Solo-Single »Trommeltanz« oder
auch »Din Daa Daa« internationale Bekanntheit. Es folgten weiter Solo-Alben, u. a. »Move it!«
(1989) und »Sticky Druisin‹« (1995). Daneben immer wieder Musik für Film und Fernsehen.
Seit »Alles Plastik« (Regie: Wolfgang Kolneder, 1980) regelmäßige Arbeiten am Grips Theater
– als Musiker bei »Linie 1« (Regie: Wolfgang Kolneder, 1986) sowie als Texter, Komponist oder
Produzent. Außerdem Arbeiten als Schauspieler, u. a. im Film »Magic Sticks« (1987), für den
er auch den gleichnamigen Titelsong schrieb, und unter der Regie von Thomas Brasch bei »Der
Passagier – Welcome to Germany« (1988). Seitdem schreibt er Theater- und Filmmusiken und
arbeitete mit Third World, The Roots, den Ying Yang Twins, den Phenix Horns und vielen
anderen.

