55 Jahre OMEGA- 55 Years Anniversary Tour 2017

Im Laufe der vergangenen gut zehn Jahre hat die OMEGA ein Spätwerk produziert, das die früheren Erfolge so würdig wie eindrucksvoll fortsetzt.

Nur ein paar Wochen früher waren die Rolling Stones am Start: Im Juli 1962 hatten Jagger, Richards und Co ihr erstes Konzert in London, im September gab es den ersten Auftritt von Omega in Budapest. Wobei ihre Vorgeschichte bis ins Jahr 1959 reichte, damit hätten die Ungarn sogar die ältere Rockband. Was nicht weiter wichtig wäre, hätte es nicht 50 Jahre später ein Versprechen von Sänger und Bandleader Janos Kobor gegeben: So lange die Rolling Stones spielen, machen wir auch weiter.
Ihre legendären Live-Qualitäten haben sie Ende 2016 erneut eindrucksvoll beim Festival „Rock-Giganten“ im sächsischen Riesa vor 5000 Besuchern unter Beweis gestellt an der Seite von Boomtown Rats, Nazareth und CCR.
Vor dem Fall des Eisernen Vorhangs hatte Omega als Nonplusultra im Ost-Rock gegolten. In den späten 60ern räumte die Bands reihenweise Festivalpreise mit „Gyöngyhaju lany“ ab – dieses „Mädchen mit den Perlenhaaren“ verhalf Frank Schöbel zum Hit „Schreib es mir in den Sand“. Jahrzehnte später profitierten die Scorpions mit „White Dove“. Komponist Gabor Presser fordert von US-Rapper Kanye West noch Tantiemen. Der hatte 2013 Samples für „New Slaves“ verwendet, soll aber nie korrekt dafür bezahlt haben.
Die Hard-Rock-LP „Elö Omega“ in der berühmten Alu-Hülle setzte 1972 stilbildende Maßstäbe. Folgende Space-Rock-Epen wie „Time Robber“ oder „Gammapolis“ verkauften sich auch im Westen hunderttausendfach. Gut 50 Millionen Tonträger hat die Budapester Band mittlerweile unter die Fans gebracht. Nicht zuletzt dank der Trilogie „Rhapsody“, „Symphonie“ und „Oratorium“ aus dem letzten Jahrzehnt. Von den rund 350 Omega-Titeln aus über 50 Jahren hat Janos „Mecky“ Kobor dafür einzelne Stücke klanglich neu gefasst und so zusammen gefügt, dass ein in sich geschlossenes opulentes Werk entstand. Mit Hilfe von Streichern und Chören bekamen so die großen Rockballaden, für die Omega durch die Jahrzehnte und alle stilistischen Wechsel stets bekannt war, wuchtigen hymnischen Klang.
Den Abschluss ihrer „Oratorium“-Tournee hat die Band 2016 bei einem umjubelten Open Air in Landsberg bei Halle/Saale gefeiert – und damit zugleich einen Anfang markiert: Im Jahr 2017 feiern Kobor und Co den 55. Band-Geburtstag. Dafür stehen sie jetzt gemeinsam mit internationalen Gästen im Studio und nehmen erstmals seit gut zehn Jahren wieder ein Album mit neuen Songs auf. „Testamentum“ soll im Frühjahr erscheinen, stark auf Keyboards basieren und an die kommerziell erfolgreichste Omega-Zeit mit „Time Robber“ anknüpfen, so wird versprochen. Die Jubiläums-Tour wird ganz im Zeichen dieser neuen Produktion stehen – ohne dass “Gyöngyhaju lany“ oder „Petroleumlampa“ darüber in Vergessenheit geraten.
Namhafte Gäste haben sich bereits angesagt für die zahlreichen Tourstationen in Deutschland, der Schweiz, Tschechien und zu Hause in Ungarn. Und auch wenn „Testamentum“ vielleicht danach klingt – als Schlusspunkt ist dieses Album nicht gedacht. Schließlich steht ja noch immer das Versprechen von Janos Kobor: So lange die Rolling Stones…

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